Meine persönliche Geschichte mit einer chronischen Erkrankung: ME/CFS


Es gibt Momente im Leben, die alles verändern.
Erst nicht laut.
Erst nicht dramatisch.
Erst schleichend und im Nachhinein betrachtet, doch ziemlich deutlich.

Eigentlich hatte ich schon lange gemerkt, dass der eigene Körper nicht mehr so funktioniert wie sonst. Dass Dinge Kraft kosten, die einmal selbstverständlich waren. Dass Erschöpfung nicht einfach nur Müdigkeit ist. Und dass „ruh dich mal ein bisschen aus“ irgendwann kein hilfreicher Rat mehr war und auch nicht gereicht hat. „Du wirst halt auch älter“, habe ich zähneknirschend eingeräumt.

Ich hätte früher selbst nicht gedacht, dass ich einmal zu den Menschen gehören würde, die mit einer chronischen Erkrankung konfrontiert sind.

Als Heilpraktikerin und Energietherapeutin habe ich über Jahrzehnte hinweg viele Menschen begleitet. Menschen mit Schmerzen. Mit Ängsten. Mit Erschöpfung. Mit körperlichen Symptomen, für die es oft auf den ersten Blick keine klaren Antworten gab.

Und plötzlich stand ich selbst auf der anderen Seite. Nicht mehr nur die Begleiterin, sondern selbst betroffen.

Denn solange man gesund ist, glaubt man oft, dass der Körper sich schon wieder erholen wird. Dass es nur eine Phase ist. Dass man einfach etwas mehr schlafen, sich ein bisschen zusammenreißen oder „positiver denken“ muss. „Das schaffst du auch noch schnell.“ „Du darfst sie jetzt nicht hängen lassen.“

Doch irgendwann signalisiert der Körper: So funktioniert das nicht mehr. Der Körper zieht die Notbremse. Bei mir war es Schwindel, und dass ich mich plötzlich nicht mehr auf meinen Beinen halten konnte. Natürlich misst man dann erstmal den Blutdruck, vor allem, wenn man schon über sechzig Jahre alt ist. Meiner war bei 247/131 mmHg. Ich war total geschockt und abrupt raus aus meinem bisherigen Leben. Plötzlich und unerwartet, obwohl es im Nachhinein schon Anzeichen über Anzeichen gegeben hatte. Und ich war total erschöpft.

Die erste ärztliche Diagnose war Hypertonie und der Rat, Salz weglassen, Fahrrad fahren. Fahrrad fahren, überhaupt mehr Bewegung, kann für einen von ME/CFS Betroffenen absolut kontraproduktiv sein. Dann ein bisschen später, weil die Erschöpfung auch nach Wochen nicht nachlassen wollte, hieß die Diagnose psycho-vegetative Erschöpfung. Und dann, ca. 6 Monate später, für diese Erkrankung übrigens ziemlich schnell erkannt, ME/CFS =  Myalgische Enzephalomyelitis / das Chronische Fatigue Syndrom.

ME/CFS ist eine chronische Erkrankung, die weit über „normale Erschöpfung“ hinausgeht. Betroffene leiden häufig unter extremer körperlicher und geistiger Belastungsintoleranz, Schmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Kreislaufbeschwerden und einer deutlichen Verschlechterung nach Belastung. Selbst alltägliche Dinge können plötzlich zu viel werden. Die Erkrankung betrifft das gesamte Nervensystem und kann die Lebensqualität massiv einschränken. Bislang ist sie noch wenig erforscht, obgleich sie 1969 schon entdeckt wurde. Es gibt noch keine einheitlichen Behandlungsstrategien und die schulmedizinische Ursache ist unbekannt, was jedoch bei anderen Erkrankungen auch oft vorkommt.

Die Suche nach Antworten

Das Erste ist das Sacken-lassen der Diagnose. Dann folgt die Akzeptanz. Es ist wie es ist und das ist aus irgendeinem, mir noch nicht bekanntem Grund, richtig und wichtig für mich. Das nächste ist die klare Entscheidung dafür, dass ich wieder gesund werde. Dann beginnt die eigentliche Arbeit: das Hinterfragen, die Erlösung der Ursache/n.

Was ist die Ursache? Warum habe ich jetzt genau diese Symptomatik? Das sind immer meine ersten Fragen, auch bei meinen Klienten. Es gibt immer eine oder mehrere geistige Ursachen, die erlöst werden wollen. Die bei mir schon so lange laut und aufdringlich an meine Tür geklopft haben, und die ich einfach überhört habe.

Der Körper funktioniert nicht getrennt vom Rest, unserer Psyche, unserem Geist, unseren vergangenen nicht verarbeiteten Erlebnissen. Stress entsteht nicht einfach so aus einer Laune heraus und bleibt nicht einfach nur im Kopf. Emotionale Belastungen verschwinden nicht spurlos. Daueranspannung ist auch nicht zufällig und bleibt nicht ohne Folgen.

Unser Nervensystem reagiert auf alles, was wir erleben und hält fest, was an Traumatischem nicht erlöst wurde. Es reagiert:
Auf Druck.
Auf Angst.
Auf Überforderung.
Auf ungelöste Konflikte.
Auf ständiges Funktionieren/Perfektionismus.
Auf Dinge, die wir jahrelang und/oder auch generationsübergreifend verdrängt haben.

Und alter Stress reagiert auf neuen Stress!

Und irgendwann entwickelt der Körper Symptome. Nicht gegen uns, sondern weil er irgendwann nicht mehr anders kann. Weil er reagiert, wenn alle anderen Hinweise, geistiger oder psychischer Natur, bewusst oder unbewusst übergangen wurden. Oft haben wir verlernt der deutlichen Sprache unseres Körpers, unserer Seele und unseres Geistes zuzuhören.

Was sich durch meine Erkrankung verändert hat

Ich glaube heute mehr denn je, dass Heilung nicht nur auf körperlicher Ebene stattfindet. Ich erlebe es gerade am eigenen Leib. Und für mich gibt es keine chronische oder unheilbare Krankheit. Es sind immer Symptome mit Botschaften, die wir entschlüsseln dürfen. Diese Botschaften sind so individuell wie jeder Mensch individuell ist. Aus irgendeinem Grund habe ich jetzt gerade diese Symptome, diesen Symptomenkomplex.

Ich habe Traumen aus meiner Kindheit gefunden und bin dabei, mich mit ihnen zu versöhnen. Ich habe schon lange traumatische Ereignisse bei meinen Vorfahren aufgedeckt und bearbeitet. Durch Rückführungen bin ich in frühere Leben gereist und habe Belastungen aus dessen Erfahrungen aufgelöst. Mein Leben lang löse ich auf und trotzdem kommen erst jetzt die wirklich tiefen Wurzeln ins Bewusstsein und dürfen angeschaut und gelöst werden.

Und das ist normal!

Ich sage immer: „Bis zum letzten Schnauferl ent-wickeln wir, lernen wir, wachsen wir.“ Wenn wir es so nicht tun, dann eben mit Hilfe unseres Körpers, der uns dann erbarmungslos aus unserem gegenwärtigen, scheinbar so bequemen Leben katapultiert.

Ich mache Traumatherapie, wende meine energetischen Werkzeuge an, Arbeiten im morphischen Feld, Hypnose, Rückführungen und Homöopathie. Ich schreibe meine Gedanken auf, meditiere und ruhe mich aus. Ich habe meine Ernährung noch radikaler umgestellt und futtere noch mehr bzw. andere Nahrungsergänzungsmittel als vorher schon. Dazu habe ich das Glück einen guten Hausarzt zu haben, der sehr schnell auf die richtige Diagnose gestoßen ist und dazu noch klassischer Homöopath ist und für mich die passenden Mittel findet.

Und ich lache, bewahre mir meinen Humor, zum Teil auch Galgenhumor. Lachen entstresst.

Und ich bin dankbar. Selbst in dieser Situation. Ich bin dankbar dafür, was ich trotzdem noch alles kann und erleben darf! Das hilft mir, nicht zu jammern, zu bewerten. Es ist, wie es ist. Ich darf trotzdem glücklich sein.

Und ich weiß, dass ich wieder gesund werde. Ich werde sicherlich nicht mehr so weiter machen, wie vor der Wende, meiner Wende, aber ich werde genesen! Es darf dauern. Zeit ist nicht wichtig. Leben im Hier und Jetzt ist wichtiger denn je. Ich lerne gerade Geduld zu haben.

Der Mensch besteht nicht nur aus Organen, Laborwerten und Diagnosen. Wir bestehen auch aus Erfahrungen. Aus Prägungen. Aus Erinnerungen. Aus Gedanken. Aus ungelösten Themen. Aus den Leben, die wir geführt haben. Und aus den Erlebnissen und Erfahrungen unserer Vorfahren.

Genau deshalb reicht es nicht aus, ausschließlich Symptome zu behandeln. Wir sollten sie als Wegweiser nutzen.

Warum ich diesen Blog schreibe

Dieser Blog ist nicht entstanden, weil ich perfekte Antworten habe.

Und auch nicht, weil ich glaube, dass es DEN einen Weg für alle Menschen gibt.

Ich schreibe diesen Blog, weil ich weiß, wie verloren man sich fühlen kann, wenn der eigene Körper plötzlich nicht mehr mitmacht und Mut machen möchte, an Heilung zu glauben.

Hier möchte ich Erfahrungen, Gedanken, Wissen und Impulse teilen, die vielleicht helfen können, Gesundheit aus einem größeren Blickwinkel zu betrachten. Nicht nur für ME/CFS-Betroffene. Letztendlich ist es egal, welchen Namen deine Symptome tragen. Die Vorgehensweise ist immer gleich: Akzeptiere deine Symptome als Botschafter, triff die klare Entscheidung, gesund werden zu wollen und beantworte und bearbeite diese eine Frage: Warum habe ich jetzt diese Diagnose/Symptome? Ohne Bewertung, ohne jammern, sondern aus dem Antrieb heraus, Dinge zu tun, die dich deiner Gesundheit und damit deinem wahren Leben näher bringen.

Mein Blog ist natürlich kein Ersatz für medizinische Behandlung, sondern Ergänzung.

Vielleicht hilft dir dieser Blog dabei, deinen Körper besser zu verstehen. Zusammenhänge zu erkennen. Oder dich selbst und deine Träume wieder ernster zu nehmen.

Denn manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, nur gegen unseren Körper zu kämpfen und anfangen, ihm wirklich zuzuhören.

Wie gehst du mit deiner Krankheit, Heilung und Gesundheit um? Schreib mir gerne über mein Kontaktformular, wenn du magst. Ich freue mich über konstruktiven Austausch!

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