
Eine persönliche Sicht auf Krankheit, Heilung und Gesund werden
Was bedeutet eigentlich Heilung?
Hätte mir jemand diese Frage vor einigen Jahren gestellt, hätte ich vermutlich geantwortet: Heilung bedeutet, dass die Symptome verschwinden. Dass der Körper wieder gesund ist.
Dabei habe ich Heilung nie nur körperlich betrachtet. Seit mehr als 35 Jahren habe ich Menschen auf ihrem Weg begleitet und war immer davon überzeugt, dass die eigentlichen Ursachen vieler chronischer Beschwerden tiefer liegen, nämlich in der Lebensgeschichte, in belastenden Erfahrungen, in ungelösten Konflikten oder im seelischen Erleben. Genau deshalb habe ich mich schon so lange mit Themen wie energetischer Therapie, Rückführungen, Hypnose, systemischer Arbeit und ganzheitlicher Medizin beschäftigt. Und trotzdem gab es einen Maßstab, an dem ich Heilung letztlich gemessen habe: den Körper. Wenn der Körper gesund wurde, war Heilung gelungen.Ausgenommen was die klassischen psychischen Erkrankungen betrifft.
Heute sehe ich das etwas anders. Nicht, weil ich aufgehört hätte, an körperliche Heilung zu glauben. Ganz im Gegenteil. Ich wünsche sie mir nach wie vor, für mich selbst und für jeden anderen Menschen auch. Doch meine eigene Erkrankung hat meinen Blick auf Heilung noch mal verändert.
Ein Satz, der mich gefreut und zum Nachdenken gebracht hat
Mein Hausarzt fragte mich beim letzten Termin ganz selbstverständlich: „Und, gibt es schon eine Besserung in Richtung Heilung?“
Diese Frage hat mich sehr gefreut. Nicht, weil er mir Heilung versprochen hätte, sondern weil er sie überhaupt für möglich hält. Meine Diagnose lautet ME/CFS , eine Erkrankung, die in der Schulmedizin als chronisch gilt und für die es bis heute keine gesicherte Heilbehandlung gibt. Viele Ärzte hätten vermutlich gefragt: „Wie kommen Sie mit der Erkrankung zurecht?“ Oder: „Sind die Symptome etwas besser geworden?“
Mein Hausarzt fragte etwas anderes. Eine Frage, die für mich eine ganz andere Haltung erkennen ließ. Er sprach von Heilung. Ganz selbstverständlich. Und mir wurde bewusst, wie gut mir diese Haltung tat. Sie zeigte mir, dass Heilung für ihn nicht von vornherein ausgeschlossen ist, so wie ich es selbst seit vielen Jahren sehe: Ich glaube nicht an unheilbare Krankheiten, sondern daran, dass jeder Mensch grundsätzlich die Möglichkeit zur Heilung in sich trägt, auch wenn wir ihren Weg oder ihr Ausmaß nicht vorhersagen können.
Dabei durfte ich noch einmal aus der Perspektive der Patientin erfahren, wie heilsam es sein kann, wenn ein Therapeut an die Möglichkeiten seines Patienten glaubt. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und Therapeut sowie eine zuversichtliche, wertschätzende Haltung können den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Darauf weisen auch wissenschaftliche Untersuchungen hin. Das sei hier nur am Rande erwähnt.
Jedenfalls hat dieser eine Satz meine eigene Hoffnung noch einmal gestärkt und mich gleichzeitig tief über die Bedeutung von Heilung nachdenken lassen.
Eine Erkenntnis, mit der ich nicht gerechnet hatte
Seit meiner Erkrankung hat sich vieles verändert. Mein Körper zwingt mich zu Pausen. Es gibt Tage, an denen ich nur wenig tun kann. Ich liege die meiste Zeit. Früher hätte ich diese Zeit wahrscheinlich als verlorene Zeit betrachtet. Heute sehe ich das anders. Meine gesundheitliche Einschränkung hat mir etwas geschenkt, das ich mir vorher selbst kaum erlaubt habe: Ruhe. Eine Ruhe, in der ich nichts leisten muss, weil ich einfach nicht kann. Eine Ruhe, in der ich mich nicht ablenken kann. Eine Ruhe, in der ich meinem Inneren wirklich begegnen kann.
Ich habe schon vor meiner Erkrankung unglaublich viel an mir gearbeitet. Ich habe vergeben. Ich habe meine Lebensgeschichte und die meiner Vorfahren angeschaut. Ich habe viele Zusammenhänge erkannt und verstanden. Ich habe unzählige Menschen auf ihrem eigenen Weg begleitet und habe dadurch ständig dazugelernt.
Und trotzdem spüre ich heute, dass es noch tiefere Schichten in mir gibt. Manche Erkenntnisse brauchen einfach mehr Zeit, mehr Ruhe und wohl auch mehr Stille. Auch da ergibt meine Geräuschempfindlichkeit plötzlich einen ganz anderen Sinn als nur störend zu sein.
Heilung beginnt für mich nicht im Körper
Im Körper beginnt die Heilung nicht, sie beginnt im Inneren, im Geistigen, im Seelischen. Das habe ich schon immer so gesehen: Jede Krankheit, jedes Symptom hat eine geistige Ursache. Bevor also das Innere nicht wieder in die Norm der Schöpfung gerückt ist, reagiert der Körper mit Symptomen.
Für mich beginnt Heilung deshalb im Inneren. Immer dann, wenn alter Schmerz sich lösen darf. Wenn Angst kleiner wird. Wenn Vergebung möglich wird. Wenn ich immer mehr bei mir selbst ankomme. Wenn Frieden entsteht und die innere Erkenntnis, dass Kampf keine Option sein kann.
Ich habe in meiner Arbeit immer wieder erlebt, dass Menschen, die innerlich etwas Wesentliches verändert haben, oft auch körperliche Fortschritte gemacht haben. Manchmal waren es kleine Schritte. Manchmal erstaunlich große. Und manchmal verschwanden sogar chronische Beschwerden. Deshalb glaube ich bis heute daran, dass innere Heilung und körperliche Heilung miteinander verbunden sind. Doch ich glaube heute nicht mehr, dass der Zustand des Körpers allein darüber entscheidet, ob Heilung geschehen ist. Denn ein Mensch kann äußerlich gesund wirken und innerlich noch schwer belastet sein. Und ein Mensch kann körperlich krank sein und trotzdem im Inneren jeden Tag ein Stück heiler werden.
Und genau das ist mir in meiner momentanen gesundheitlichen Situation noch einmal sehr bewusst geworden.
Wenn Heilung im Inneren geschieht
Ich bin davon überzeugt, dass meine Erkrankung nicht zufällig in mein Leben gekommen ist. Ich glaube, dass sie mir einen Raum eröffnet hat, den ich mir selbst niemals genommen hätte. Jedenfalls nicht neben all dem, vor allem inneren, Trubel in meinem Leben. Und trotzdem musste ich mir eingestehen, dass da noch viel mehr Unverarbeitetes schlummert, es noch einige tiefere Schichten in mir gibt. Dabei pflege ich doch schon lange den Satz: „Entwicklung geschieht bis zum letzten Schnaufferl.“ Weil ich glaube, dass wir es gar nicht in diesem einen Leben schaffen, alles was da noch vor sich hin modert aufzuarbeiten. Ist ja vielleicht auch erst für das nächste oder übernächste Leben gedacht.
Jedenfalls wurden meine noch schlummernden Schichten erst sichtbar, als das Leben plötzlich entschleunigt wurde, und Stille Raum einnahm.
Früher war ich ständig in Bewegung. Selbst wenn ich mir Zeit für innere Arbeit nahm, gab es immer noch Termine, Aufgaben oder Menschen, die etwas von mir wollten. Heute ist das anders. Mein Körper lässt vieles davon nicht mehr zu. Das war zunächst sehr schwer anzunehmen. Ich fühlte mich anfangs neben der Erschöpfung auch total ausgebremst und ohnmächtig.
Heute empfinde ich diese Bremse zunehmend als Geschenk. Natürlich nicht die Krankheit selbst. Aber den Raum, den sie geschaffen hat. Ich habe Zeit. Zeit, wirklich hinzuschauen. Zeit, Gefühle zuzulassen, die ich früher schneller wieder beiseitegeschoben hätte. Zeit, noch mehr Menschen in meinem Leben, und immer wieder auch mir, zu vergeben. Zeit, immer mehr Frieden mit meiner eigenen Geschichte zu schließen. Und Zeit, immer mehr bei mir selbst anzukommen.
Für mich ist genau das innere Heilung. Ich bin demütiger geworden und fühle noch mehr Dankbarkeit.
Mein persönlicher Glaube
Was ich hier schreibe, ist meine ganz persönliche Überzeugung. Ich glaube an die Reinkarnation. Viele persönliche Erfahrungen, auch in meiner Arbeit mit Rückführungen, haben diesen Glauben über viele Jahre wachsen lassen. Deshalb glaube ich, dass wir weit mehr sind als unser Körper. Wir sind Bewusstsein, Seele und Geist. Der Körper begleitet uns für eine Zeit. Unsere innere Entwicklung bleibt für die Ewigkeit.
Deshalb glaube ich auch, dass das Wertvollste, was wir in diesem Leben entwickeln können, nicht ein vollkommen gesunder Körper ist, sondern unsere Seele und unser Geist. Sie wollen Erfahrungen sammeln, wachsen und sich immer weiter entfalten. In meiner Vorstellung führt uns dieser Weg immer mehr in Harmonie, Liebe und Frieden, mit uns selbst und mit allem, was existiert. Das ist aus meiner Sicht Heilung.
Ob andere Menschen das genauso sehen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich hat dieser Glaube den Blick auf Krankheit schon immer anders aussehen lassen. Denn wenn unser Leben mehr umfasst als nur diese wenigen Jahrzehnte, dann bekommt auch Heilung eine tiefere Bedeutung.
Der Körper darf seinen eigenen Weg gehen
Natürlich wünsche ich mir weiterhin, dass mein Körper gesund wird. Ich freue mich über jeden kleinen Fortschritt, den ich in den vergangenen Monaten erleben durfte. Und ich hoffe von Herzen, dass dieser Weg weitergeht. Aber ich messe Heilung heute nicht mehr ausschließlich daran, dass alle lästigen Symptome verschwunden sind.
Für mich hat die innere Heilung Vorrang. Nicht, weil der Körper unwichtig wäre, sondern weil wir am Ende dieses Lebens den Körper hier lassen, die Früchte unserer inneren Arbeit, unserer inneren Entwicklung jedoch mitnehmen.
Innere Heilung geschieht immer, wenn wir an uns arbeiten. Stück für Stück. Äußere Heilung geschieht glücklicherweise auch häufig. Aber nicht weil wir gegen etwas kämpfen, sondern, weil wir versuchen zu verstehen, was den Körper krank gemacht hat. Wenn wir dann auch noch in der Lage sind, Veränderung in unserem Leben zuzulassen, haben wir die besten Chancen auf Heilung auf allen Ebenen. Nach meiner Erfahrung liegt die eigentliche Ursache immer im Geistigen, im Inneren. Du darfst das anders sehen, und es interessiert mich ehrlich, was du darüber denkst.
Heilung bedeutet für mich, immer mehr zu dem Menschen zu werden, der ich im tiefsten Wesen bin.
Eine Einladung
Vielleicht kennst du das Gefühl, alles versucht zu haben. Vielleicht hoffst du schon lange darauf, dass endlich das eine Medikament, die eine Therapie oder die eine Methode kommt, die alles verändert. Ich möchte dir diese Hoffnung nicht nehmen. Ich möchte dich einladen, den Blick auch nach innen zu richten.
Und zwar aus Liebe zu dir selbst.
Vielleicht wartet dort eine Form von Heilung, die schon längst begonnen hat, ohne dass du sie bisher bemerkt hast.
Wenn dich meine Gedanken zum Nachdenken gebracht haben und du dich intensiver mit den geistigen Ursachen von Krankheit und den Möglichkeiten innerer Veränderung beschäftigen möchtest, findest du in meinem E-Book: „Heilung – Krankheiten überwinden durch Transformation der energetischen Ursache“ viele Informationen und Denkanstöße. Vielleicht findest du darin Impulse, die dich auf deinem eigenen Weg begleiten können. Hier bekommst du das E-Book.
Ich wünsche mir weiterhin, dass Heilung geschieht. Bei mir und bei jedem anderen!
Die tiefste Form von Heilung beginnt für mich dort, wo mein Inneres Frieden findet.