
Seit einigen Tagen befinde ich mich wieder in einer stärkeren Erschöpfungsphase. Wer selbst mit ME/CFS oder einer chronischen Erkrankung lebt, kennt solche Zeiten. Der Körper macht deutlich, dass die Energie gerade nicht für viel reicht. Selbst einfache Dinge werden super anstrengend. Der Kopf fühlt sich vernebelt an. Mehr oder weniger starke Schmerzen an den unterschiedlichsten Körperteilen. Das Leben findet nur noch auf Sparflamme statt.
Und genau in solchen Phasen denke ich oft an Berichte anderer Betroffener.
Da heißt es:
„Keiner kann mir helfen.“
„Es gibt keine Medikamente.“
„Dieser Therapeut hat nichts gebracht.“
„Diese Behandlung hat nicht funktioniert.“
Ich verstehe diese Verzweiflung sehr gut, mehr denn je! Und gleichzeitig ist mir in den letzten Tagen etwas noch mal besonders klar geworden: Wir suchen die Heilung allein dort, wo sie nicht geschehen kann: Beim Arzt, durch Medikamente, Nahrungsergänzungsmitteln, Selbsthilfegruppen und einiges mehr.
Das reicht aber nicht,
denn kein Arzt heilt uns.
kein Therapeut heilt uns.
keine Methode heilt uns.
keine Tablette heilt uns.
All diese Dinge können uns unterstützen und sind absolut wertvoll und notwendig. Sie können begleiten, stabilisieren und wichtige Impulse geben. Aber die eigentliche Heilung kann immer nur in uns selbst stattfinden!
Das bedeutet nicht, dass wir schuld an unserer Krankheit sind! Es bedeutet auch nicht, dass wir nur positiv denken müssten. Es bedeutet vielmehr, dass wir die Verantwortung für unsere Heilung übernehmen müssen und bereit werden dürfen, nach innen zu schauen. Denn genau dort liegen oft die Verletzungen, die ungelösten Konflikte, die alten Traumata, die Ängste, die Schuldgefühle und die belastenden Erfahrungen, die nie wirklich verarbeitet wurden und uns letztendlich krank gemacht haben. Und genau dort beginnt auch die eigentliche Heilarbeit. Und das ist selbst in größter Erschöpfung möglich. In meiner aktuellen Crashphase kann ich nicht viel tun, aber eines kann ich immer:
Ich kann mich für Heilung entscheiden.
Ich steige nicht ins Drama ein, egal, wie dreckig es mir geht! Das schwächt mich nur zusätzlich.
Und: ich kann lieben.
Seit einigen Tagen praktiziere ich wieder sehr intensiv Ho’oponopono. Das Buch „Zero Limits“ von Joe Vitale über Ho’oponopono hat mich vor vielen Jahren sehr begeistert und kann ich absolut empfehlen, wenn du tiefer in diese Methode eintauchen möchtest. Hier findest du weitere Informationen zum Buch.* Zum Folgeband „Das letzte Geheimnis von Zero Limits“ gelangst du hier*.
Immer dann, wenn mich der nächste Crash umhaut.
Immer dann, wenn Ärger hochkommt.
Immer dann, wenn ich merke, dass ich gegen meine Situation kämpfe.
Dann wende ich Ho’oponopono, das Hawaiianische Vergebungsritual an:
„Ich liebe dich.
Es tut mir leid.
Bitte vergib mir.
Danke.“
Diese vier einfachen Sätze begleiten mich durch den Tag. Und oft merke ich, wie sich etwas verändert. Nicht unbedingt sofort im Körper. Aber in meinem Inneren.
Es wird leichter.
Ruhiger.
Friedlicher.
Akzeptanz wird wieder möglich.
Die kleinen Päckchen auf der grünen Wiese
Manchmal gehe ich zusätzlich in meinen inneren Raum. Dort steht auf einer grünen Blumenwiese ein Karton. In diesem Karton liegen viele kleine Päckchen. Jedes Päckchen enthält ein Thema.
Eine Erinnerung.
Ein Gefühl.
Eine alte Verletzung.
Einen Glaubenssatz.
Etwas, das angeschaut werden möchte. Dann nehme ich einfach eines dieser Päckchen heraus. Ohne Druck. Ohne Erwartung. Und oft kommt genau das Thema zum Vorschein, das gerade hinter meiner aktuellen Belastung steht. Zum Beispiel dieser Gedanke, den wohl jede ME/CFS-Betroffene schon hatte:
„Ich hasse diese Erschöpfung.“
Als ich ihn bemerkte, wurde mir sofort klar: Nein! Ich möchte nicht hassen. Ich möchte lieben. Also machte ich wieder Ho’oponopono. Nicht gegen die Erschöpfung. Sondern für die Erschöpfung, für das, was ursprünglich dahinter liegt.
Für den Teil in mir, der leidet.
Für den Teil in mir, der Angst hat.
Für den Teil in mir, der nicht versteht, warum das alles so ist.
Letztendlich ist Liebe die stärkste Medizin. Ich weiß, dass viele Menschen nach Heilung suchen.
Nach Antworten.
Nach Lösungen.
Nach dem einen Weg, der endlich alles verändert.
Auch ich habe viele Methoden kennengelernt.
Und trotzdem komme ich immer wieder auf etwas eigentlich ganz Einfaches zurück:
Bedingungslos lieben.
Liebe heilt.
Liebe für uns selbst.
Liebe für unsere Geschichte.
Liebe für unsere Fehler.
Liebe für unsere Ängste.
Liebe für die Teile in uns, die wir bisher abgelehnt haben.
Liebe für das, was schöpferisch in uns ist. Die meisten nennen es göttlich.
Vielleicht beginnt Heilung genau dort. Nicht im Kampf gegen die Krankheit. Sondern in der Liebe zu dem Menschen, der gerade krank ist. Zu uns selbst. Denn selbst in den erschöpftesten Stunden bleibt uns immer noch eine Entscheidung: Wollen wir gegen uns kämpfen oder wollen wir anfangen, uns zu lieben und annehmen, was ist, um zu erlösen, was uns von uns selbst, unserem individuellen So-sein trennt?
Denn wenn wir gegen unsere Krankheit kämpfen, kämpfen wir gegen uns als Ganzes. Ob es uns nun gefällt oder nicht, dieser besondere Zustand, die sogenannte Krankheit, ist im Moment ein Teil von uns. Sie gehört im Moment zu uns. Sie macht im Moment einen wesentlichen Teil von uns aus. Und: sie ist nicht böse.
Die Krankheit ist da, um ganzheitlich zu heilen, uns in die Norm der Schöpfung zurück zu bringen. Und das geschieht, indem wir die Ursachen erlösen, die uns diese Symptome eingebracht haben. Ursachen, die in Momenten entstanden sind, als wir nicht in der Liebe zu uns und unserer Schöpfung gehandelt haben. Ohne Bewertung. Wir wussten es in dem Moment nicht besser. Jetzt haben wir die Chance zu heilen. Und das geschieht im Inneren.
Ich bin gespannt zu erfahren, wie du darüber denkst. Schreib es mir gern unten im Kommentar.
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