
Seit meiner Erkrankung beschäftige ich mich noch intensiver mit mir selbst und mit der Frage, was in meinem Inneren noch gesehen, verstanden und vielleicht auch gelöst werden möchte. Für mich gehört diese innere Arbeit ganz wesentlich zu meinem persönlichen Weg in Richtung Gesundheit. Dabei begegnen mir nicht nur neue Themen. Manchmal tauchen auch Dinge wieder auf, von denen ich eigentlich dachte, dass ich sie längst bearbeitet hätte. Eines davon ist Vergebung.
Ich habe in der letzten Zeit noch einmal sehr intensiv darüber nachgedacht, was Verzeihen eigentlich bedeutet. Wem müssen wir verzeihen? Warum fällt es uns oft so schwer, uns selbst zu verzeihen? Und was passiert eigentlich in dem Moment, in dem ich zu einem anderen Menschen sage: „Ich verzeihe dir“?
Was bedeutet es eigentlich, jemandem zu verzeihen?
Wenn ich sage: „Ich verzeihe dir“, ist diesem Satz bereits etwas vorausgegangen: Ich habe beurteilt, was du getan hast. Du hast mich vielleicht verletzt. Du hast dich falsch verhalten. Du bist an mir schuldig geworden. Und nun bin ich bereit, dir zu vergeben.
Das klingt zunächst nach etwas Großem und Versöhnlichem. Schließlich lernen wir, dass Vergebung wichtig ist, damit wir nicht ein Leben lang Wut, Groll und alte Verletzungen mit uns herumtragen. Und trotzdem begann mich etwas daran zu stören. Denn wenn ich dir deine Schuld vergebe, wo stehe ich dann eigentlich? Stehe ich wirklich neben dir? Oder stehe ich, wenn auch nur ein kleines Stück, über dir?
Ich bin schließlich diejenige, die entschieden hat, dass du dich falsch verhalten hast. Und anschließend bin ich diejenige, die großzügig genug ist, dir dieses Verhalten zu verzeihen. Natürlich geschieht das nicht bewusst. Niemand denkt beim Verzeihen: „Ich bin ein besserer Mensch als du.“ Aber könnte es sein, dass sich trotzdem genau dieses Gefühl darin versteckt? Wenn ich ehrlich bin, fühle ich das so. Und das hat bei mir einiges in Bewegung gebracht.
Der Pharisäer und der Zöllner
Mir kam dabei das biblische Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner in den Sinn. Der Pharisäer hält sich für einen guten und rechtschaffenen Menschen und schaut auf den Zöllner herab. Er sieht dessen Fehler und gleichzeitig seine eigene vermeintliche Überlegenheit.
Und plötzlich musste ich erkennen: Ich mache beim Verzeihen etwas Ähnliches, ohne es zu bemerken?
Nicht aus Bosheit. Nicht aus Überheblichkeit. Sondern weil ich selbstverständlich davon ausgehe, dass ich beurteilen kann, was der andere hätte anders machen müssen. Ich glaube, dass in einem „Ich verzeihe dir“ noch ein Rest von: „Du hast es falsch gemacht. Ich sehe das heute klarer als du. Aber ich vergebe dir.“ Und ich glaube, das Gefühl, dass man sich danach besser fühlt, könnte auch daher kommen, weil man sich als etwas Besseres als der andere fühlt. Erstens hat man keine Schuld und zweitens ist man auch noch so großzügig und vergibt.
In diesem Zusammenhang musste ich unweigerlich an meine Eltern denken.
Ich dachte, ich hätte meinen Eltern längst verziehen
Natürlich hatte ich meinen Eltern verziehen. Davon war ich jedenfalls überzeugt. Ich habe mich schon sehr lange vor meiner Erkrankung mit meiner Kindheit, meiner Familiengeschichte, den Prägungen meiner Eltern und den Generationen vor ihnen beschäftigt. Ich weiß, dass Menschen nicht einfach eines Morgens aufwachen und beschließen, schwierig, lieblos, abhängig, emotional unerreichbar oder verletzend zu sein.
Jeder Mensch hat eine Geschichte. Auch unsere Eltern. Und trotzdem musste ich mir eingestehen, dass unter meinem vermeintlichen Verzeihen noch etwas anderes lag. Ich hatte mich innerlich über meine Eltern gestellt. Ich hielt mich in manchen Dingen für reflektierter, bewusster, vielleicht auch für klüger oder sozial kompetenter. Ich konnte schließlich erkennen, was sie falsch gemacht hatten. Ich hatte mich weiterentwickelt. Ich hatte vieles anders gemacht. Besser. Und genau darin lag mein Urteil.
Ich hatte ihnen zwar verziehen. Aber ich hatte nicht aufgehört, über sie zu urteilen. Diese Erkenntnis war zunächst nicht besonders angenehm. Aber gleichzeitig empfand ich sie als unglaublich befreiend. Denn plötzlich stellte sich mir eine ganz andere Frage:
Muss ich meinen Eltern überhaupt verzeihen oder darf ich einfach aufhören, über sie zu urteilen?
Was passiert, wenn wir anfangen zu verstehen?
Wenn wir unsere eigene Geschichte anschauen, möchten wir irgendwann verstehen, warum wir bestimmte Dinge getan haben. Vielleicht haben wir aus Wut etwas gesagt, das einen anderen Menschen tief verletzt hat. Vielleicht haben wir gelogen, jemanden zurückgewiesen oder uns auf eine Weise verhalten, auf die wir heute nicht stolz sind.
Wenn wir lernen, uns selbst zu verzeihen, schauen wir im besten Fall irgendwann hinter dieses Verhalten. Warum konnte ich damals nicht anders reagieren? Wir beginnen zu erkennen, dass unser Verhalten eine Geschichte hat.
Warum sollte das für den Menschen, der uns verletzt hat, nicht genauso gelten?
Warum wurde jemand alkoholabhängig? Warum konnte eine Mutter ihrem Kind keine Nähe geben? Warum war ein Vater ständig abwesend? Warum musste jemand immer alles kontrollieren? Warum konnte ein Mensch niemals sagen: „Ich liebe dich“?
Das sind keine Entschuldigungen, und das ist mir ausgesprochen wichtig! Wenn ein Mensch mich verletzt hat, dann hat es wehgetan. Wenn einem Kind etwas gefehlt hat, dann hat ihm etwas gefehlt.
Verständnis macht eine Verletzung nicht ungeschehen, und verstehen bedeutet nicht gutheißen. Aber Verstehen kann etwas mit unserem Urteil machen.
Hinter unseren Eltern stehen wieder Eltern
Gerade bei unseren Eltern wird das für mich besonders deutlich. Wir schauen zurück auf unsere Kindheit und erkennen irgendwann: Daher kommt also dieses Muster. Daher fällt mir Nähe so schwer. Daher möchte ich immer alles kontrollieren. Daher habe ich solche Angst vor Ablehnung. Daher glaube ich, immer stark sein zu müssen…
Diese Erkenntnisse können unglaublich wichtig sein, aber sie bergen auch eine Gefahr. Plötzlich haben wir einen Schuldigen gefunden. Doch wenn wir an dieser Stelle nicht stehen bleiben, sondern noch einen Schritt weitergehen, verändert sich das Bild. Denn warum war meine Mutter so? Warum war mein Vater so? Und plötzlich stehen hinter unseren Eltern deren Eltern. Unsere Großeltern. Und hinter ihnen unsere Urgroßeltern.
Sie alle haben Erfahrungen gemacht, Verluste erlebt, Ängste entwickelt und Überzeugungen übernommen. Wir wissen heute, dass Erfahrungen und Belastungen innerhalb von Familien über Generationen hinweg wirksam sein können, beispielsweise über Erziehung, Bindung, Beziehungsmuster und den Umgang mit Gefühlen. Auch biologische und epigenetische Zusammenhänge werden in diesem Zusammenhang erforscht. Wie weit traumabedingte epigenetische Veränderungen beim Menschen tatsächlich über mehrere Generationen vererbt werden, ist wissenschaftlich jedoch noch nicht abschließend geklärt.
Aus meiner persönlichen ganzheitlichen Sicht geht dieser Zusammenhang noch weiter. Ich glaube, dass wir Themen unserer Ahnen mitbringen können, die gesehen und gelöst werden möchten. Und ich glaube nicht, dass wir zufällig in genau die Familie hineingeboren werden, in der wir landen. Für mich hat unser Leben einen tieferen Sinn: Wir wollen hier Erfahrungen machen und lernen.
Aber sie verändert meine Frage. Statt nur zu fragen: „Warum haben meine Eltern mir das angetan?“ Kann ich fragen: „Was kann ich durch meine Geschichte heute erkennen?“
Denn irgendwann wird die Suche nach demjenigen, mit dem alles angefangen hat, wohl unmöglich. Vielleicht konnte deine Mutter dir etwas nicht geben, weil sie es selbst nie bekommen hatte und dein Vater seine Gefühle nicht zeigen, weil sein Vater es ebenfalls nicht konnte. Und vielleicht finden wir dieselbe Geschichte noch eine Generation weiter zurück und vielleicht noch weiter zurück. Wo also wollen wir anfangen, Schuld zu verteilen?
Die Verletzung bleibt, und das Urteil darf sich verändern
All das bedeutet nicht, dass wir plötzlich alles hinnehmen müssen. Das ist für mich ein ganz entscheidender Unterschied. Ich kann verstehen, warum ein Mensch so geworden ist, wie er ist, und trotzdem sagen: So möchte ich nicht behandelt werden.
Ich darf Grenzen setzen. Ich darf Abstand halten. Und wenn ein Mensch mich immer wieder verletzt, abwertet oder mir auf andere Weise nicht guttut, muss ich auch keinen Kontakt zu ihm haben, selbst wenn es meine Mutter oder mein Vater ist.
Inneren Frieden zu schließen bedeutet nicht, wieder gemeinsam am Kaffeetisch sitzen zu müssen. Es bedeutet auch nicht, so zu tun, als wäre nichts gewesen. Ich darf, nein in diesem Fall möchte ich sogar sagen, ich muss meine Verletzungen ernst nehmen und trotzdem aufhören, den anderen Menschen aufgrund seines Verhaltens abzuwerten. Für mich liegt genau darin inzwischen ein viel tieferer Gedanke von Vergebung.
Ich darf sagen: Ich sehe, was geschehen ist. Ich sehe, was es mit mir gemacht hat. Ich möchte verstehen, was dahinter lag. Und ich möchte nicht länger dein Richter sein.
Denn ich muss gar nicht entscheiden, wie viel Schuld du trägst. Das ist nämlich überhaupt nicht meine Aufgabe.
Aber was ist dann meine Aufgabe?
Wenn es nicht meine Aufgabe ist, darüber zu urteilen, wie viel Schuld ein anderer Mensch trägt, was ist dann meine Aufgabe in diesem Zusammenhang?
Die Antwort darauf erscheint mir inzwischen erstaunlich einfach: Ich bin für meinen Teil der Geschichte verantwortlich. Nicht für den des oder der anderen Betroffenen.
Dieser Gedanke berührt bei mir ein Thema, das sich durch einen großen Teil meines Lebens zieht. Ich habe mich sehr schnell für alles und jeden verantwortlich gefühlt. Wenn irgendwo etwas nicht stimmte, wollte ich helfen, verstehen, lösen, ordnen oder dafür sorgen, dass es wieder gut wurde. Verantwortung und Kontrolle lagen dabei oft sehr dicht beieinander.
Und plötzlich erkannte ich dieses Muster sogar in meiner Vorstellung von Vergebung wieder. Denn auch wenn ich darüber entscheide, ob ein anderer Mensch schuldig geworden ist und ob ich ihm diese Schuld vergebe, übernehme ich etwas, das eigentlich gar nicht zu meiner Verantwortung gehört. Ich muss nicht beurteilen, wie viel Schuld ein anderer trägt. Ich muss nicht entscheiden, was er aufgrund seiner Geschichte, seiner Prägungen und seiner damaligen Möglichkeiten hätte anders machen können. Das ist sein Teil.
Mein Teil ist ein anderer. Ich darf anschauen, was geschehen ist. Ich darf wahrnehmen, was es mit mir gemacht hat. Ich darf meine Verletzungen ernst nehmen. Ich darf meine eigenen Muster erkennen und verändern. Und ich darf Konsequenzen daraus ziehen.
Ich übernehme Verantwortung für meinen Teil und höre auf, die Verantwortung für die Beurteilung des anderen zu übernehmen.
Ich darf es an eine höhere Instanz abgeben
Für mich gehört zu dieser Erkenntnis noch etwas ganz Wesentliches: Ich muss auch das, was nicht zu mir gehört, nicht weiter festhalten. Ich darf es abgeben. Für mich bedeutet das, es an Gott abzugeben. Ich muss nicht richten. Ich muss nicht alles verstehen. Ich muss nicht herausfinden, wer wie viel Schuld trägt. Und ich muss erst recht nicht dafür sorgen, dass am Ende alles gerecht aufgelöst und geklärt ist. Ich kann ja das große Ganze gar nicht überblicken. Ich habe ja schon mehr als genug zu tun, wenn ich nur hinter meine Geschichte kommen möchte. Wie könnte ich denn die des anderen durchschauen?
Daher sage ich: Das hier ist mein Teil. Dafür übernehme ich Verantwortung. Das gucke ich mir an, um zu verstehen, weshalb mir das passiert ist und ggf. Verstrickungen oder alte Traumas aufzulösen. Und das andere gebe ich ab. Für mich ist es Gott, für andere kann es eine andere höhere Instanz sein.
Für jemanden wie mich, die sich einen großen Teil Ihres Lebens für vieles verantwortlich gefühlt und versucht hat, möglichst viel unter Kontrolle zu halten, ist das eine enorme Erleichterung. Denn Kontrolle kostet Kraft. Immer wieder darüber nachzudenken, warum jemand etwas getan hat, was er hätte anders machen müssen, ob er sein Verhalten inzwischen verstanden hat und ob er seine Fehler irgendwann einsieht, bindet uns weiter an das Geschehene. Außerdem müssen wir immer bedenken, dass wir sehr subjektiv urteilen. Wir urteilen aus unserem Erfahrungsschatz und nach unseren Maßstäben und Werten. Andere sehen das, was ich gerade denke (beurteile) wahrscheinlich aus einem ganz anderen Blickfeld.
Ich kann den anderen nicht verändern. Ich kann nur mich verändern.
Und was ist mit der Vergebung mir selbst gegenüber?
Interessanterweise fällt es vielen von uns viel schwerer, sich selbst zu verzeihen als einem anderen Menschen. Vielleicht liegt auch darin ein Teil der Antwort. Wenn ich einem anderen vergebe, ist zunächst einmal klar: Der andere hat etwas falsch gemacht, nicht ich! Wenn ich mir selbst vergeben möchte, muss ich mir eingestehen: Ich habe etwas falsch gemacht. Und genau das kann unglaublich schwer sein.
Viele von uns haben schon früh erfahren, wie es sich anfühlt, kritisiert zu werden. Vielleicht haben wir als Kinder immer wieder gehört, dass etwas, was wir getan haben, nicht richtig war. Und aus einem „Das hast du falsch gemacht“ kann sich tief in uns irgendwann ein ganz anderes Gefühl entwickeln, nämlich: Mit mir stimmt etwas nicht.
Dadurch schauen wir verständlicherweise nicht besonders gerne auf unsere eigenen Fehler. Doch genau hier hat sich für mich ebenfalls etwas verändert. Ich kann heute hinschauen und sagen: Ja, da habe ich Mist gebaut. Da war ich ungerecht. Da habe ich jemanden verletzt. Da habe ich aus Angst, Wut, Eifersucht oder einem alten Muster heraus gehandelt. Aber ich muss mich dafür nicht als Menschen verurteilen. Ich kann stattdessen dieselbe Frage stellen, die ich inzwischen auch beim anderen stelle, um zu verstehen, weshalb diese Situation entstanden ist: Warum habe ich damals so gehandelt? Was war in mir los? Welche Angst steckte dahinter? Welche Verletzung? Welches alte Muster? Was konnte ich damals noch nicht sehen, was ich heute sehen kann?
Das nimmt mir nicht die Verantwortung für mein Verhalten, aber es nimmt mir die Verurteilung meiner selbst. Ich glaube, genau das ist Selbstvergebung. Da ich Christin bin, habe ich noch den Vorteil, dass ich meine „Schuld“ mit Jesus Christus teilen kann. Er nimmt sie mir, wenn ich meinen Fehler erkenne und in Demut bereue. Das ist für mich kein Kriechen im Staub, weil ich denke, dass ich eine Unwürdige, eine Sünderin bin. Das ist für mich: Ich habe dazu gelernt, bin wieder ein Stück gewachsen. Und ich kann loslassen und ein Stückchen mehr Frieden und Ruhe in mein Leben lassen.
Was das mit meinem Weg in Richtung Gesundheit zu tun hat
Genau deshalb gehört dieses Thema für mich auch zu meinem persönlichen Weg mit meiner Erkrankung. Ich glaube, dass innere Arbeit einen wesentlichen Anteil an meinem Weg in Richtung Gesundheit hat. Ich schaue hin: auf meine Muster, meine Prägungen, meine Familiengeschichte, meine Art, mit mir selbst und anderen umzugehen, und auch auf meinen jahrzehntelangen Drang, Verantwortung zu übernehmen und möglichst viel kontrollieren zu wollen.
Seit einiger Zeit geht es mir Schritt für Schritt besser. Ich kann natürlich nicht beweisen, welchen Anteil meine innere Arbeit daran hat. Gesundheit und Krankheit sind komplex, und gerade bei meiner Erkrankung gibt es viele Faktoren, die eine Rolle spielen können.
Aber ich kann sehr deutlich wahrnehmen, was diese Arbeit innerlich mit mir macht. Ich kann immer mehr Anspannung loslassen und spüre, dass mein gesamtes System ruhiger wird. Und diese neue Erkenntnis über Vergebung hat mir noch einmal ein Stück Last genommen.
Ich muss nicht jedem Menschen seine Schuld vergeben. Ich darf mich erinnern, dass er auch eine Geschichte hat, die ich aber nicht unbedingt bis ins Detail kennen muss. Ich muss sein Verhalten nicht gutzuheißen. Ich darf Grenzen setzen, ohne zu verurteilen. Verantwortung für mich übernehmen, ohne Verantwortung für den anderen zu tragen.
Ich muss nicht dein Richter sein. Und ich muss auch nicht mein eigener Richter sein. Und ich glaube, dass genau dort Vergebung beginnt.
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Wenn du dich tiefer mit familiären Prägungen und transgenerationalen Mustern beschäftigen möchtest, kann ich dir das Buch „Dieser Schmerz ist nicht meiner“ von Mark Wolynn empfehlen.
Der Autor beschäftigt sich darin mit der Frage, wie Erfahrungen, Belastungen und unverarbeitete Themen innerhalb von Familien über Generationen hinweg weiterwirken können und wie wir erkennen können, was möglicherweise gar nicht ausschließlich zu unserer eigenen Lebensgeschichte gehört.
Gerade im Zusammenhang mit Eltern, Großeltern und Urgroßeltern finde ich diesen Gedanken sehr hilfreich: Nicht alles, was wir fühlen, glauben oder immer wieder erleben, muss allein in unserem eigenen Leben entstanden sein.
Für mich passt dieses Buch deshalb sehr gut zu der Frage, die sich auch durch diesen Artikel zieht:
Was gehört wirklich zu mir – und was darf ich erkennen, verstehen und vielleicht irgendwann loslassen?
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